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Wildbachmagie
Das Wandern ist des Müllers Lust, doch ohne Wasser wird es zum Frust. Meine Flasche war schon lange leer, Erfrischung musste deshalb her. Die Zunge klebte am Gaumen mir, Schweißtropfen perlten von der Stirn. Ich trug schon leichte Kleidung heut und nicht den feinen Zwirn. Die Sonne brannte ziemlich heiß, selbst im kühlen, schattigen Wald bemerkte ich das bald. Durch die Wipfel der Bäume schlängelten sich die goldenen Strahlen. Ich war schon Stunden unterwegs, die Füße brannten, ich litt nicht wirklich große Qualen. War das Wandern für mich bisher immer eine Freude, doch ohne Labsal liebe Leute, ohne kühlendes Nass, vergeht einem auch schon einmal der schönste Spaß. Ich hörte ein Rauschen in der Ferne, nahm dies wahr nur all zu gerne. Schneller schritt ich aus, es gab mir Mut. Nur ein kräftiger Schluck aus der frischen Quelle und alles wäre wieder gut. Bald hatte ich mein Ziel erreicht, mein Hemd war schon vom Schweiß durchweicht, doch keine Quelle erblickte ich. Ein Wildbach, eingehüllt in gleißendes Licht. Strömendes Wasser, tosende Gicht. Kein Gedanke mehr, meinen Durst zu stillen. Voller Entzücken konnte ich nur auf dieses märchenhafte Bild vor meinen Augen blicken. Schnell ließ ich mich am Ufer nieder, zog die derben Schuhe aus und streckte meine Glieder im kalten Wasser aus. Oh welch eine Wonne, so trotzte ich der lieben Sonne. Mit dem Wasser benetzte ich mein erhitztes Gesicht, starrte gebannt auf die schäumende Gicht. Dann jedoch gewahrte ich, nicht weit von mir entfernt, im Wasser ein Objekt was erschien recht unbekannt. Es sah aus wie ein Raumschiff von einem anderen Stern. Grün, mit geheimnisvollem Funkeln. Rote Augen, die bestimmt leuchteten im Dunklen. Gebannt starrte ich auf dieses magische Gebilde. Träumte ich gar oder nicht? Erneut spritzte ich mir Wasser ins Gesicht, um meine Sinne zu beleben. Ein UFO, mitten im Wildbach, so etwas hatte es schließlich noch nie gegeben. Ein wacher Blick zurück sagte mir sogleich, dass mir die Fantasie nur gespielt hat einen Streich. Die Schönheit der Natur kam mir so mystisch vor. Denn was dort aus dem Wasser ragte, war ein großer Stein, bewachsen mit grünen Moos und grazilen Blümlein, die metaphysisch schimmerten im hellen Sonnenschein. So wunderbar geheimnisvoll kann es im Walde sein!
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