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Köterberg GBS Wandern  Lippe

Wanderung zum Klütturm in Hameln

Die Sage vom “ Der Rattenfänger von Hameln ” ist das Wahrzeichen der Weserrenaissancestadt. Hameln mit seinen Sehenswürdigkeiten sollte unbedingt besucht werden. Ziel dieser Wanderung ist aber ein weit aus unbekannterer Ort. Der Klütturm im Stadtwald mit seinen grandiosen Panoramablick über Hameln. Wir starten auf den Parkplatz des alten Forsthauses Finkenborn und wandern in westlicher Richtung, zwischen zwei kleinen Seerosenteichen durch. Auffällig im Stadtwald, sind die vielen Maronenbäume mit ihren spitzen Früchten. Fast unentdeckt bleiben die Riepen-Steinbrücke, in denen von 1863 bis 1960 sehr harter Keupersandstein, abgebaut wurde. An der Ripenkanzel lädt eine Schutzhütte zur Vesper- Pause. Ein toller Weserblick wird nur durch das Atomkraftwerk Gronde getrübt. Bei Mittfünfzigern, wegen seiner Antiatomkraftdemos, gut in Erinnerung. Wir erreichen einen großen Rastplatz “Hut Huts Ruh” Der Wanglister Verein ehrt seinen Gründer, einen Lokomotivführer, der den Sitznamen “Hut Hut” trug. Es geht steil bergab, um auf der anderen Seite der Ripenstraße langsam zum Klütturm aufzusteigen. Der Aufstieg über den Schlangenweg erfordert eine gut Kondition oder viele Aufstiegspausen. Entschädigt werden wir mit einen unvergesslichen Panoramablick vom “ Balkon Hamelns ”. In Siebenjährigen Krieg wurde die Festung Hameln durch Errichtung von Festungsbauten auf dem Klütberg zur stärksten Festung des Fürstentums Hannover. Hameln wurde zum uneinnehmbaren “Gibraltar” des Nordens. 1806 kapitulierte die Rattenfängerstadt kampflos vor Napoleon. Alle Bauten bis auf zwei Stadttürme wurden von ihm eingeebnet. Einkehrmöglichkeiten gibt es am Klütturm und im Ausflugslokal Finkenborn. Wikipedia

Tourenkarte

Die Tourenkarte wird bei Googel Maps angezeigt.

GPX Track

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 Riesiges Panoramafoto vom Klütberg in Hameln

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Elfenkäppchen und Kompass

Viele Sagen und Mythen ranken sich um den Fingerhut. Elfen und Feen tragen seine schönen farbenprächtigen Blüten als Mützen, deswegen wird er im Volksmund auch oft Feenkäppchen oder Elfenhut genannt. Die Heilpflanze, die den botanischen Namen Digitalis trägt, grüßt überirdische Wesen indem sie ihren Stängel aufrichtet und früher wurde aus dem Fingerhut eine Paste gewonnen, mit der die Menschen Tür- und Fensterschwellen einrieben um böse Geister abzuhalten. Heute ist sie eine der am vielseitigsten einsetzbaren Heilpflanzen und vor allem in der Homöopathie nicht wegzudenken. Seit langem wird der Wirkstoff des Fingerhuts zur Behandlung von zahlreichen Krankheiten verwendet und findet sich oft in Herzpräparaten. Aber Vorsicht: der Wirkstoff der Pflanze ist giftig und eine Legende erzählt wie es dazu kam. Ein armes Mädchen bekam von seiner Mutter Fingerhüte zum Nähen geschenkt und als die Mutter gestorben war, nähte das Mädchen fleißig tagein und tagaus. Ihr Fleiß und ihre Güte sprachen sich in der ganzen Gegend herum, aber ihre faule Stiefmutter war neidisch und wollte nicht, dass das Mädchen so arbeitsam war. Eines Abends vergrub sie die Fingerhüte und dort, wo sie sie vergraben hatte, wuchsen am nächsten Tag die ersten Pflanzen mit ihren langen schönen Kelchen, doch weil die Stiefmutter sie aus Neid und Missgunst vergraben hatte, wurde die Pflanze giftig.
Also Wanderer hab Acht, der Fingerhut kann viele Geschichten erzählen. Eine Eigenschaft aber kommt gerade dem Wanderer zugute: die Blüten des Fingerhutes richten sich auf Lichtungen nach Süden aus, so dass die Pflanze dem verirrten Wanderer als Kompass dienen kann.

 

Giftiger Fingerhut?


Während meiner Wanderschaft durch das Weserbergland, entdeckte ich sie bald,
die ganze Faszination der prächtigen Natur.
Bäume, Sträucher, Pilze, Pflanzen, wohin mein Auge auch blickte nur.
Eine Pflanze hatte es mir besonders angetan. Ihre Blüten waren blutrot.
Voller Entzücken trat ich näher heran, im Begriff sie zu pflücken.
„Unterstehe dich Menschenkind, fasse den Fingerhut nicht an, er bringt dir den Tod!“
Schnell zog ich die Hand zurück. Welch ein Glück.
Von giftigen Pflanzen hatte ich durchaus gehört,
jedoch hatte mich der Anblick dieser Pflanze so sehr betört.
Wer hatte mich gewarnt? Ich sah mich um, konnte niemanden entdecken.
Stellte fest, zu meinem Erschrecken, dass ich ganz allein ward hier.
Kein Mensch weit und breit, nicht einmal ein Tier.
Leise säuselte die Stimme im Wind:
„Höre, Menschenkind! Der Fingerhut tut nicht gut.
Böse Feen trugen ihn einst auf ihren Kopf.
Sei kein dummer Tropf, lasse diese Pflanze stehen, dann wird dir auch nichts böses geschehen.
Hexen benutzen sie als Tee. Das Gift der Pflanze tut dir weh.
Genieße die Schönheit, die Farbenpracht, doch berühre die Pflanze nicht, gib darauf gut acht.“
Als ich lauschte der geheimnisvollen Stimme, war ich bei vollem Sinne.
Ich war bereits am weitergehen, dann blieb ich plötzlich wieder stehen.
Konnte es tatsächlich sein, das eine Pflanze,
so wunderschön und rein wie dieser Fingerhut, dem Menschen Böses tut?
Ich beschloss zurück zu gehen, um mir den Fingerhut noch einmal anzusehen.
Nach einer kurzen Pause ging ich nachdenklich nach Hause.
Aberglaube oder nicht, tödlich ist diese Pflanze nicht.
Nimmt sie doch dem kranken Herz, etwas ab vom großen Schmerz!

 

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Waldfee

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Ein altes Märchen

Die Kinder von Hameln

Jm Jahr 1284 ließ sich zu Hameln ein wunderlicher Mann sehen. Er hatte einen Rock von vielfarbigem, buntem Tuch an, weshalben er Bundting soll geheißen haben, und gab sich für einen Rattenfänger aus, indem er versprach, gegen ein gewisses Geld die Stadt von allen Mäusen und Ratten zu befreien. Die Bürger wurden mit ihm einig und versicherten ihm einen bestimmten Lohn. Der Rattenfänger zog demnach ein Pfeifchen heraus und pfiff, da kamen alsobald die Ratten und Mäuse aus allen Häusern hervorgekrochen und sammelten sich um ihn herum. Als er nun meinte, es wäre keine zurück, ging er hinaus und der ganze Haufen folgte ihm, und so führte er sie an die Weser; dort schürzte er seine Kleider und trat in das Wasser, woraus ihm alle die Tiere folgten und hineinstürzend ertranken.

Nachdem die Bürger aber von ihrer Plage befreit waren, reute sie der versprochene Lohn, und sie verweigerten ihn dem Manne unter allerlei Ausflüchten, so daß er zornig und erbittert wegging. Am 26sten Juni auf Johannis und Pauli Tag, morgens früh sieben Uhr, nach andern zu Mittag, erschien er wieder, jetzt in Gestalt eines Jägers, erschrecklichen Angesichts, mit einem roten, wunderlichen Hut, und ließ seine Pfeife in den Gassen hören. Alsbald kamen diesmal nicht Ratten und Mäuse, sondern Kinder, Knaben und Mägdlein vom vierten Jahr an, in großer Anzahl gelaufen, worunter auch die schon erwachsene Tochter des Bürgermeisters war. Der ganze Schwarm folgte ihm nach, und er führte sie hinaus in einen Berg, wo er mit ihnen verschwand. Dies hatte ein Kindermädchen gesehen, welches mit einem Kind auf dem Arm von fern nachgezogen war, darnach umkehrte und das Gerücht in die Stadt brachte. Die Eltern liefen haufenweis vor alle Tore und suchten mit betrübtem Herzen ihre Kinder; die Mütter erhoben ein jämmerliches Schreien und Weinen. Von Stund an wurden Boten zu Wasser und Land an alle Orte herumgeschickt, zu erkundigen, ob man die Kinder, oder auch nur etliche gesehen, aber alles vergeblich. Es waren im Ganzen hundert und dreißig verloren. Zwei sollen, wie einige sagen, sich verspätet und zurückgekommen sein, wovon aber das eine blind, das andere stumm gewesen, also daß das blinde den Ort nicht hat zeigen können, aber wohl erzählen, wie sie dem Spielmann gefolgt wären; das stumme aber den Ort gewiesen, ob es gleich nichts gehört. Ein Knäblein war im Hemd mitgelaufen und kehrte um, seinen Rock zu holen, wodurch es dem Unglück entgangen; denn als es zurückkam, waren die andern schon in der Grube eines Hügels, die noch gezeigt wird, verschwunden.

Die Straße, wodurch die Kinder zum Tor hinausgegangen, hieß noch in der Mitte des 18. Jahrhunderts (wohl noch heute) die bungelose (trommel-, tonlose, stille), weil kein Tanz darin geschehen, noch Saitenspiel durfte gerührt werden. Ja, wenn eine Braut mit Musik zur Kirche gebracht ward, mußten die Spielleute über die Gasse hin stillschweigen. Der Berg bei Hameln, wo die Kinder verschwanden, heißt der Poppenberg, wo links und rechts zwei Steine in Kreuzform sind ausgerichtet worden. Einige sagen, die Kinder wären in eine Höhle geführt worden und in Siebenbürgen wieder herausgekommen.

Die Bürger von Hameln haben die Begebenheit in ihr Stadtbuch einzeichnen lassen und pflegten in ihren Ausschreiben nach dem Verlust ihrer Kinder Jahr und Tag zu zählen. Nach Seyfried ist der 22ste statt des 26sten Juni im Stadtbuch angegeben.

An dem Rathaus standen folgende Zeilen:

Jm Jahr 1284 na Christi gebort tho Hamel worden uthgevort hundert und dreißig Kinder dasülvest geborn dorch einen Piper under den Köppen verlorn.

Und an der neuen Pforte:

Ceutum ter denos cum magus ab urbe puellos duxerat ante anmos CCLXXII condita porta fuit.

Im Jahr 1572 ließ der Bürgermeister die Geschichte in die Kirchenfenster abbilden mit der nötigen Überschrift, welche größtenteils unleserlich geworden. Auch ist eine Münze darauf geprägt.

Autoren: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm   - Deutsche Sagen, Band 1 Deutsche sagen, Wilhelm Grimm

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