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Entstehung von Bad Meinberg
Aus einen großen Meierhof „curia meginbergen“ entstand 978 der Ort Bad Meinberg. Seine frühe Bedeutung als Heilbad erlangte Meinberg durch „Andreas Cunäus“ In einer Beschreibung vom Pyrmonter Sauerbrunnen empfiehlt er 1676 die Heilquellen in Meinberg als “Meinberger Gesundbrunnen”. Die bolarische Erde der Meinberger Mineralwässer eigne sich gut als Heilmittel bei der Bakterien Darmkrankheit “Ruhr”. Nach 1767 war es der Hofrat Johann Erhard Trampel der entscheidend zur Entwicklung des Heilbades, beitrug. Aus dieser Zeit stammen auch die folgenden Zeilen von Wilhelm Gottlieb Levin von Donop (1790), der in seinen Buch “Historisch-geographische Beschreibung der fürstlichen Lippischen Lande” die Meinberger Mineralwässer beschreibt.
Das Bad zu Meinberg
Die ältesten Nachrichten von diesem Bade findet man in Andreas Cunäus Beschreibung vom Pyrmonter Sauerbrunnen welche 1699 zum viertenmale herausgegeben ist. Der Herr Hofrath Trampel hat sich um das Jahr 1767 um die Aufnahme dieses Mineralwassers am meisten verdient gemacht. Nach D. Zückerts Meinung gehört dasselbe unter die wirksamsten Mineralwasser in Deutschland, wenigstens verdient es unter die erste Klasse gesetzt zu werden. Es ist sehr heilsam 1. Bey gewissen Arten der Hypochondrie Mutterbeschwerung usw. 2. Bey Krankheiten die aus Schärfe und salzigen Unreinigkeiten des Bluts herrühren wohin vornehmlich die Gichtflüsse,Salzfiüsse, Finnen, Flechten, kräzigter Ausschlag und chronischer Frieselausschlag gehörten. 3. Es wirkt sowohl zum Trinken als Baden gebraucht ganz unvergleichlich in alten und um sich fressenden Geschwüren, weil es durch seine Eisenerde die Heilung der gereinigten Geschwüre befördert ist es in der Nervenschwäche mit Wein oder Milch getrunken sehr heilsam. Es sey mir erlaubt der Kraft dieses Brunnenss nur mit zwey Worten zu gedenken 1. Wenn ein Hund in den Dunstkreis des Brunnens mit Gewalt hineingebracht wird, denn kein Tier nähert sich freywillig diesen Mineralquellen, außer der Frosch die Kröte und die Mücke so fängt er gleich an, den Kopf in die Höhe zu halten er schnaubt der Speichel rinnt ihn aus dem Munde und es dauert keine Minute, so fällt er wie tot dahin. Ohne freye Luft kann das Tier sich nicht wieder erholten. 2. Eine Henne erstickt, so bald sie nur in den Dunst gehalten wird; und die Ente wenn sie auf das Wasser gesetzet wird, fängt sogleich an mit den Flügeln zu flattern, steckt den Schnabel ins Wasser, nieset einigemal hintereinander und stirbt. 3. Der Frosch verträgt die Ausdünstung sehr lange, er eilet nach derselben, bläßt sich auf, streckt seine Beine aus und stirbt. 4. Die Mücke tanzt hoch über dem Wasser her und stürzt wie ein Pfeil, wenn sie der Ausdünstung zu nahe kommt, aufs Wasser herab. Der Mensch empfindet wenn er sich dem Brunnen nähert, eine außerordentliche Wärme um die Beine, welche sich bis an den Unterleib erstreckt, eine Wärme, welche durch ein natürliches Feuer scheint gemacht zu seyn, auch bey der strengsten Kälte den Schweiß hervorbringt und vornehmlich an den Geburtsgliedern wahrgenommen wird. Denen welche sich oft bey dem Brunnen einfinden werden die silbernen Schnallen auf den Schuhen anfangs gelb, nachher schwarz wie Eisen. Die silbernen Uhren und sogar das Geld in den Taschen, sind davon nicht ausgeschlossen. Das Eisen rostet in kurzer Zeit von der über dem Wasser schwebenden Ausdünstung und das Thermometer zeigt, wenn es in die Ausdünstung hingehängt wird keine Veränderung an. Die Ausdünstung benimmt dem Feuer die Kraft zu zünden zu glimmen und in eine Flamme auszubrechen. Ein brennendes Licht verlöscht, so bald es derselben genähert wird glimmende Kohlen werden schwarz kraftlos und Schießgewehre lassen sich in der selben nicht losbrennen. Kommt jemand der Ausdünstung mit einer langen brennenden Tobakspfeife zunahe, so verändert sich augenblicklich der Tobaksgeschmack in einen angenehmen und süßen Geschmack, welcher nach und nach beissend und austrocknend wird. Der Rauchende speit aus, bläst einen Dampf aus und bemerke nicht daß seine Pfeife schon lange erloschen ist. Die Farbe des Meinberger Mineralwassers ist bey der Quelle rein durchsichtig helle wie reines Quellwasser und gefrieret nie wird es aber gefüllt so wird das Wasser etwas weislich und gefrieret wenn es in die Kälte gesetzt wird. Denen welche sich des Meinberger Mineralwassers zu Bädern bedienen kommts vor, als wenn sie sich in einem mit Seife vermischten Wasser befänden. Auch hat der von den Bädern aufsteigende Dunst die Kraft Vöqel zu ersticken. Beym Baden hat dieses Wasser eine sehr große Kraft zu erweichen und die Schmerzen zu stillen, daher es in Zähmungen Krämpfen und steifen ausgetrockneten Gliedern schon große Dienste geleistet hat. Nur die Ausdünstung dieser Mineralquellen widerstehen der Fäulniss, faulendes Fleisch wird in diesem Dunste wieder frisch und verlieret seinen stinkenden Geruch. Frisches Fleisch aber verfault in diesem Dunste nach einer Dauer von vier Wochen gar nicht sondern bleibt frisch und ohne Geruch. Wieget man das Meinberger Mineralwassser auf der Waagschale so wird man finden daß es der äußern Schwere nach mit dem Regenwasser überein kommt. Sobald man aber dieses Wasser mit dem Hydrometer probieret so findet man daß es viel schwerer ist als gemeines Wasser, indem das Thermometer in jenem in die Höhe steigt, in diesem aber merklich niedersinkt Schüttet man eine Menge dieses Mineralwassers in eine flache Schüssel und setzt sie in die freye Luft so erzeugt sich oben auf dem Wasser eine vielfarbige Haut welche fettig anzufühlen ist. Das Wasser fängt nach und nach an milchfarbig zu werden es scheidet sich von demselben eine gelbe Substanz welche so fest an das Gesäß sich setzt daß man ohne Mühe sie nicht wieder ablösen kann.
Wilhelm Gottlieb Levin von Donop 1790 Historisch-geographische Beschreibung der fürstlichen Lippischen Lande
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